Ernsgaden, 3. Februar 2012.
Als "sehr gut gerüstet" für die Zukunft bezeichnete Ernsgadens Bürgermeister Karl Huber die Gemeinde bei der letzten Bürgerversammlung. In seinem rund einstündigen Rechenschaftsbericht ging er sowohl auf die "Höhepunkte" der gemeindlichen Entwicklung des Jahres 2011 als auch auf künftige Herausforderungen ein. Der Bürgermeister nannte insbesondere den Ausbau der Bahnhofstraße und die Sanierung des Bahnübergangs, ferner den zweiten Bauabschnitt des Baugebiets Mittergret und die Erweiterung des Gewerbegebiets als "Höhepunkte" des vergangenen Jahres.
Besonders erfreulich sei, dass die Gemeinde mittlerweile das 17. Jahr in Folge schuldenfrei ist. Trotz der großen Investitionen musste im Jahr 2011 kein Darlehen aufgenommen werden. "Auf dem Sparbuch haben rund 600.000 €, das ist eine gute Grundlage für künftige Investitionen", betonte Huber. Das größte Projekt im Jahr 2012 wird der Ausbau des Bahnübergangs am Kirchenweg sein, für den jetzt eine einvernehmliche Regelung für den Grunderwerb erzielt werden konnte. "Wir gehen davon aus, dass von Seiten der Bahn die Planungen jetzt zügig weitergehen", so Huber. Der gemeindliche Finanzierungsanteil liegt hier bei rund 260.000 €, wobei der Freistaat Bayern ein Zuschuss von 50 Prozent gewährt.
Die Ansparung von "Rücklagen" ist nach Ansicht des Bürgermeisters auch notwendig, weil die Projekte der Dorferneuerung, die heuer voraussichtlich endgültig genehmigt wird, von der Gemeinde zur Hälfte "co-finanziert" werden müssen. Weil vom Freistaat Bayern derzeit keine "Schlüsselzuweisungen" in die Gemeindekasse fließen, müsse die Gemeinde "sorgsam haushalten".
Einen großen Teil der Ausführungen des Bürgermeisters bezogen sich auf die gemeindlichen Einrichtungen. Breiten Raum nahm dabei die Kinderbetreuung ein, bei der die Gemeinde "besonders gut aufgestellt ist". Als Beispiele nannte Karl Huber die Grundschule, den Kindergarten, die Kinderkrippe, die Tagesmütter, den Kinderpark und die Mutter-Kind-Gruppen der Nachbarschaftshilfe. Diese zahlreichen "Pluspunkte" bezeichnete der Bürgermeister als "sehr familienfreundliches Umfeld". Es sei daher nicht verwunderlich, dass gerade viele junge Familien nach Ernsgaden ziehen, "was unserem Altersdurchschnitt sehr gut tut".
Ernsgaden habe sich als "attraktive Wohngemeinde gut positioniert". Innerhalb weniger Monate seien 50% der Baugrundstücke beim Baugebiet Mittergret II verkauft gewesen und die Nachfrage sei nach wie vor ungebrochen, so der Bürgermeister.
Was im Bereich der Kinder- und Jugendbetreuung sowie der Familienpolitik schon ganz gut gelungen ist, stellt sich nun auch im Bereich der Senioren als Herausforderung. Immer häufiger "landen" im Rathaus Anfragen nach seniorengerechten und barrierefreien Wohnungen. Hier sei man "noch nicht so gut aufgestellt", so Huber. Aufgrund der demografischen Entwicklung werde sich jedoch auch in der Gemeinde Ernsgaden "sich hier einiges bewegen müssen". Der Gemeinderat habe das Thema bereits "andiskutiert", jedoch noch keine Beschlüsse gefasst.
Zum Beispiel habe man das Grundstück des "alten Bauhofs" bewusst zurückgehalten und nicht verkauft, um sich in Sachen "Altersgerechte Wohnungen" alle Optionen offen zuhalten. Keine Aussage traf der Bürgermeister darüber, ob hier ein Investor gesucht wird oder die Gemeinde in Sachen "Seniorenwohnungen" selbst aktiv wird.
Insgesamt traf sich der Gemeinderat Ernsgaden im vergangenen Jahr zu acht Sitzungen, wobei 169 Beschlüsse gefasst wurden. Der Bürgermeister dankte den Mitgliedern des Gemeinderats und insbesondere den Fraktionsvorsitzenden Alois Schmelzer, Franz Lembke und Günter Thaller für die gute Zusammenarbeit. Zur Statistik (Stand: 31.12.2011) konnte Bürgermeister Huber berichten: 1527 Einwohner, 16 Geburten, 13 Sterbefälle, 9 Eheschließungen.