Glasfaserausbau geht in die nächste Runde

Ernsgaden, den 18.​07.​2026
 

Mit dem offiziellen Spatenstich ist der zweite Bauabschnitt des von der gemeinsamen Infrastrukturgesellschaft G.E.R.N. GmbH getragenen Glasfaserausbaus gestartet. Rund 2.700 bislang noch nicht berücksichtigte Adressen im Stadtgebiet Geisenfeld sollen dabei an das leistungsfähige Glasfasernetz angeschlossen werden. Die Arbeiten beginnen in den kommenden Wochen und sollen bis Ende 2028 abgeschlossen sein.

Gemeinsam mit dem ersten Bauabschnitt erreicht das kommunale Infrastrukturprojekt ein Gesamtvolumen von rund 34 Millionen Euro. Damit handelt es sich um das bislang aufwendigste Infrastrukturvorhaben in der Geschichte der Stadt Geisenfeld.
 

Glasfasernetz bleibt in kommunaler Hand

Die Stadt Geisenfeld und die Gemeinde Ernsgaden haben sich bewusst für ein kommunales Betreibermodell entschieden. Das Glasfasernetz wird durch die gemeinsame G.E.R.N. GmbH errichtet, bleibt in kommunalem Eigentum und wird anschließend an einen Netzbetreiber verpachtet. Dadurch behalten die beiden Kommunen langfristig Einfluss auf eine der wichtigsten Infrastrukturen der Zukunft.

Auch beim weiteren Ausbau setzen die Verantwortlichen auf bewährte Partner. Vodafone übernimmt den Betrieb des Netzes. Mit den Bauarbeiten wurde nach einer europaweiten Ausschreibung erneut die Firma STRABAG beauftragt. Die Aconium GmbH begleitet das Förderverfahren als Projektträger des Bundes.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit im ersten Bauabschnitt schafft gute Voraussetzungen für eine zügige, professionelle und verlässliche Umsetzung der weiteren Arbeiten.


Interkommunale Zusammenarbeit als Erfolgsmodell

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit zwischen Geisenfeld und Ernsgaden im Rahmen der G.E.R.N. GmbH. Beide Kommunen bündeln ihre fachlichen, organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten. Gerade für eine kleinere Gemeinde wie Ernsgaden eröffnet diese Kooperation Chancen, die allein nur mit erheblich größerem Aufwand zu verwirklichen wären.

Erster Bürgermeister und stellvertretender Landrat Karl Huber bezeichnete den Glasfaserausbau beim Spatenstich als wichtigen Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge:

„Die Zusammenarbeit zwischen Geisenfeld und Ernsgaden hat Vorbildcharakter. Sie zeigt, dass Kommunen durch gemeinsames Handeln auch große und anspruchsvolle Infrastrukturprojekte erfolgreich bewältigen können. Die gemeinsame Infrastrukturgesellschaft gewährleistet eine professionelle Planung, Koordination und Abwicklung des umfangreichen Vorhabens.“

Obwohl der jetzt gestartete zweite Bauabschnitt das Stadtgebiet Geisenfeld betrifft, profitiert auch Ernsgaden dauerhaft von der gemeinsamen Gesellschaft, dem vorhandenen Fachwissen und den Erfahrungen aus dem bisherigen Projekt. Die noch offenen Bereiche in Ernsgaden sollen in weiteren Bauabschnitten erschlossen werden.
 

Katharina Missbrandt appelliert an Grundstückseigentümer

Katharina Missbrandt, Geschäftsführerin der G.E.R.N. GmbH, begrüßte die Gäste beim offiziellen Spatenstich. Sie erläuterte die Bedeutung und die Dimension des Vorhabens und wies auf die für den Ausbau notwendigen Grundstücksnutzungsverträge hin.

Für den zweiten Bauabschnitt sind Investitionen von rund 20 Millionen Euro vorgesehen. Bund und Freistaat Bayern übernehmen im Rahmen der Förderung insgesamt 80 Prozent der förderfähigen Kosten.

Bereits beim ersten Bauabschnitt war die Beteiligung deutlich höher als ursprünglich erwartet. Nach den beim Spatenstich genannten Zahlen entschieden sich rund 70 Prozent der betreffenden Grundstückseigentümer für einen Anschluss – etwa doppelt so viele wie zunächst kalkuliert.
 

Paul Weber: Investition in die Zukunft

Geisenfelds Erster Bürgermeister Paul Weber würdigte die bisherige Arbeit der beteiligten Unternehmen und hob insbesondere den Einsatz und die Kompetenz von Katharina Missbrandt hervor. Zugleich bat er die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis dafür, dass es während der Bauphase vorübergehend zu Beeinträchtigungen kommen könne.

Die damit verbundenen Belastungen seien jedoch Teil einer wichtigen Investition in die Zukunft. Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur sei eine wesentliche Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung, moderne Arbeitsplätze, Bildung und eine hohe Lebensqualität.

Der flächendeckende Glasfaserausbau trage außerdem zu gleichwertigen Lebensverhältnissen bei – unabhängig davon, ob ein Haushalt im Stadtzentrum oder in einem der Ortsteile liegt.
 

Roland Grillmeier lobt Kompetenz der Projektpartner

Roland Grillmeier, Regionalleiter bei der Aconium GmbH und Vertreter des Projektträgers, hob die große Kompetenz aller Beteiligten hervor. Das erfolgreiche Zusammenwirken der Kommunen, der Infrastrukturgesellschaft, des Bauunternehmens, des Netzbetreibers und der Förderstellen sei eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen eines Projekts dieser Größenordnung.

Neben der finanziellen Förderung komme es insbesondere auf eine vertrauensvolle, verlässliche und professionelle Zusammenarbeit aller Projektpartner an.
 

Vodafone: Zahl der Anschlüsse wächst

Rolf-Peter Scharfe, Leiter Glasfaser-Kooperationen bei Vodafone, berichtete, dass bereits 217 Haushalte an das örtliche Glasfasernetz angeschlossen seien. Sobald bestehende Verträge bei anderen Anbietern auslaufen, könnten nach und nach weitere Haushalte auf das neue Netz wechseln.
 

Nachhaltiger Mehrwert für Geisenfeld und Ernsgaden

Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist heute ähnlich wichtig wie eine zuverlässige Versorgung mit Straßen, Wasser und Strom. Schnelle und stabile Internetverbindungen sind eine wesentliche Voraussetzung für Unternehmen, Homeoffice, Bildung, medizinische Angebote, öffentliche Dienstleistungen und die Lebensqualität der Bevölkerung.

Gerade im ländlichen Raum trägt der flächendeckende Glasfaserausbau entscheidend dazu bei, gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen und die Attraktivität als Wohn-, Arbeits- und Wirtschaftsstandort langfristig zu sichern.

Das gemeinsame Projekt zeigt, wie erfolgreich interkommunale Zusammenarbeit sein kann. Geisenfeld und Ernsgaden schaffen damit eine zukunftssichere Infrastruktur, die den Bürgerinnen und Bürgern beider Kommunen einen nachhaltigen Mehrwert bietet.

 

Bild zur Meldung: Spatenstich zu Beginn des 2. Bauabschnitts beim Breitbandausbau