Ernsgadener Klöppelzauber räumt Preise auf internationalem Parkett ab
Ernsgaden/Erbach – Großer Erfolg für die Gruppe „Ernsgadener Klöppelzauber“: Beim diesjährigen internationalen Kongress des Deutschen Klöppelverbandes in Erbach im Odenwald konnten gleich zwei Teilnehmerinnen aus Ernsgaden mit herausragenden Arbeiten die Jury überzeugen und wurden ausgezeichnet.
Der traditionsreiche Kongress, der jährlich in der Woche nach Ostern stattfindet, stand heuer unter dem Motto „Pariser Spitzen“. Er gilt als bedeutender Treffpunkt der europäischen Klöppelszene und vereint Ausstellungen, Fachvorträge, Markthallen sowie ein breit gefächertes Kursangebot. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aller Altersgruppen – in diesem Jahr reichte die Spanne bis hin zur jüngsten Teilnehmerin im Alter von fünf Jahren – reisen aus verschiedenen Ländern an, um sich auszutauschen und weiterzubilden.
Mit sechs Vertreterinnen war auch der „Ernsgadener Klöppelzauber“ vor Ort – und das mit bemerkenswertem Erfolg:
Im Wettbewerb unter dem Thema „Weibsbilder“ wurde Anke Heinz für ihr Werk „Hommage an alle ungenannten Frauen“ mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Ihre Arbeit, ein kunstvoll gestalteter Traumfänger in Form des Frauensymbols, verbindet zwei- und dreidimensionale Elemente und greift die unterschiedlichen Lebens- und Entwicklungsphasen von Frauen auf.
Den 3. Preis erhielt Birgit Attenberger für ihr Werk „Hüterinnen der Kulturen“. In filigraner Handarbeit kombinierte sie Seide, Baumwolle und Leinen, durchwirkt von Perlen und Glanzgarn, zu einer Weltkarte, auf der Frauen in traditionellen Gewändern verschiedener Kontinente dargestellt sind.
Darüber hinaus waren auch Werke von Karin Zierer in einer der Ausstellungen vertreten. Ihre Collagen aus Papier und Spitze unterstreichen die künstlerische Bandbreite des modernen Klöppelns.
Karin Zierer gilt als treibende Kraft hinter der Entwicklung Ernsgadens zu einer kleinen Hochburg dieser besonderen Handwerkskunst. Mit großem Engagement führt sie in ihren Kursen immer wieder neue Teilnehmerinnen an das Klöppeln heran und entwickelt deren Fähigkeiten in kurzer Zeit auf ein beachtliches Niveau. „Wenn wir bedenken, wie wir einmal angefangen haben…“, beschreibt eine Teilnehmerin die Entwicklung der Gruppe.
Dass Klöppeln längst mehr ist als traditionelle Spitzendeckchen, zeigte sich eindrucksvoll in den Ausstellungen des Kongresses: Neben klassischen Arbeiten waren moderne Interpretationen, dreidimensionale Kunstwerke, Lichtobjekte, Mode sowie experimentelle Arbeiten mit Materialien wie Resin, Acrylglas oder Cortenstahl zu sehen. Der Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt – weder in der Form noch im Materialeinsatz. Oder, wie es der Bürgermeister der Gastgeberstadt treffend formulierte: „Altes erhalten – Neues gestalten.“
Wer sich selbst ein Bild von dieser vielseitigen Kunst machen möchte, hat dazu bald Gelegenheit: Ab Herbst werden über die VHS Pfaffenhofen wieder Kurse unter der Leitung von Karin Zierer angeboten. Für Interessierte ohne Vorkenntnisse ist zudem im Januar 2027 ein Schnupperkurs geplant.
Bild zur Meldung: Birgit Attenberger auf der Bühne bei der Preisverleihung










