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Geschichte

Das Wappen

Gesamt: "Gespalten von Silber und Grün;

Links: ein roter Zickzackbalken,
Rechts: ein silberner Zinnenturm, aus dessen Zinne drei silberne Eichenblätter wachsen".

 

Was die Symbole bedeuten
Der rote Zackenbalken auf silbernen Grund stammt von den Wittelsbachern, deren ältestes Wappen mit dem des Hauses Murach (Gründer von Ernsgaden) identisch ist. Der Besitz Murach ging im Jahr 1329 an die pfälzische Linie der Wittelsbacher über. Der silberne Turm auf grünem Grund, weist auf die Errichtung einer kleinen Burganlage (gadum) als Jagdsitz durch den Markgrafen Ernest im Jahre 937 hin. Der dreiblättrige Eichenbruch und die Farbe grün für den Grund des hinteren Feldes stehen sinnbildlich für die Jagd im Feilenforst, die der eigentliche Anlass für die Gründung des Ortes Ernsgaden war.

Ernsgaden und seine Gründer

Günstige Lage
Ein Blick zurück: Vor über 1000 Jahren war hier an der Stelle des heutigen Dorfes Ernsgaden Urwald. Die Nebenarme der Donau waren weit verzweigt, es gab häufig Überschwemmungen. In diesem Auwald gab es viel jagdbares Wild, und so war es nicht verwunderlich, dass der Adel hier zur Jagd ging.

 

Die Grafen von Hohenburg und Murach
In dieser Zeit lebte in Bayern ein Edelgeschlecht, das dem der Schyren (Scheyern!) nahe verwandt war und Besitzungen im Altmühltal, an der Abens und verschiedenen anderen Regionen hatte. Angehörige dieses Geschlechts waren nach Kärnten ausgewandert, wo sie als Grafen von Wurmtal und Ebstein das Markgrafenamt innehatten und sogar später zur herzoglichen Würde gelangten. Als bedeutendster Herrscher dieses Geschlechts ist Marquart der Ältere zu nennen, der wiederum vier Söhne hatte, Marquart, Rüdiger, Adalbert und Ernst sowie eine Tochter Richardis.

 

Von Ernestesgademen zu Ernsgaden
Der jüngster Sohn Ernst soll der Begründer des Sitzes Ernestesgademen gewesen sein. Durch Sprachwandlungen und Lautverschiebungen ergab sich im Laufe der Zeit der Name Ernsgaden. Im Laufe der Jahrhunderte gab es Zwischenformen und Lautverschiebungen, so zum Beispiel Ernusteskardemen, Erenstgademe, Ernestesgademe usw.

 

Vom Pfarrhof bis zum Forsthaus
Dieser Graf Ernst von Hohenburg und Murach, so benannt nach seinen Besitzungen, den Burgen Hohenburg und Murach im Nordgau (der heutigen Oberpfalz), der außerdem das Schloss Laufen am Neckar besaß, ließ im Jahre 937 an der Stelle des heutigen Ortes Ernsgaden eine kleine Burg errichten. Dies ist auch der Gründungszeitpunkt Ernsgadens. Als Zeugen hierfür finden wir in Urkunden des Bischofs von Freising, des Probstes von Niederlauterbach und des Abtes von Sankt Emmeram die Namen

Schank und Tauschmann.

 

Die Ernsgadener Burg wurde als Jagdschloss erbaut. Es handelte sich um ein "Gadum" ( kleine Burg). Daher der Name Ernsgaden. Es war also "die kleine Burg des Ernst", die an dieser Stelle erbaut wurde. Es gab ferner wohl eine kleine Burgkapelle und Hunde und Pferdeställe, um die Jagd ausüben zu können. Die gesamte Anlage reichte etwa vom jetzigen Pfarrhof Ernsgadens bis zum Forsthaus.

 

Die liebe Verwandtschaft ...
Graf Ernest bewohnte den Edelsitz Ernestesgademen nur zeitweilig. Über seine Familie ist uns bekannt, dass er drei Kinder besaß, einen Sohn Ernest, der später die Güter und Würden seines Vaters erbte, eine Tochter Regiswinde, die das Opfer des Racheaktes einer Dienerin am Schloss Laufen am Neckar wurde und eine Tochter Friedemunde, die als Äbtissin des im Jahre 1030 von Eberhard II. von Ebersberg gegründeten Klosters Geisenfeld starb. Graf Ernest soll Anfang des elften Jahrhundert verstorben sein, sein Erbe war Markgraf Ernest junior, der sich aber überwiegend in der Oberpfalz aufhielt und nur zeitweilig in Ernsgaden war. Er übergab Ernsgaden im Jahr 1087 dem Kloster Geisenfeld, dem seine Schwester Friedemunde als Äbtissin vorstand und in dessen Besitz unser Ort über 800 Jahre blieb.

 

... das einfache Volk
Neben dieser Burg entstanden im Laufe der Zeit kleine Bauerngehöfte, die sicherlich zunächst nur Lehen waren und erst später in das Eigentum der Hofinhaber übergingen.

Der Feilenforst und die Jagd

Eine Siedlung am Rande des Auwalds
Ernsgaden ist seit jeher geprägt von der Lage am Feilenforst und der Jagd. Ursprünglich ein Urwald, wurde ab dem 11. Jahrhundert der Waldrand stellenweise bewirtschaftet. Es folgten Rodungen, um die Bauernhäuser erstellen zu können. Bis zur Säkularisation im Jahr 1803 war der Forst im Besitz des Klosters Geisenfeld.

 

Ein gutes Jagdrevier
Der Feilenforst war schon immer neben dem Dürnbucher, dem Köschinger und dem Kelheimer Forst ein lohnendes Jagdrevier. Teilweise waren in Ernsgaden zwei Jäger beschäftigt. Ihr Sitz war das Jägerhaus, an dessen Stelle heute das Gasthaus "Zum Jägerwirt" steht (erbaut ca. 1760). Mit der Säkularisation im Jahr 1803 wurde auch das Jagdrecht verweltlicht". Es gab zahlreiche jagdbare Tiere im Feilenforst.

 

Die Chronik berichtet von Auerochsen, Elchen, Wildpferden, Flußadlern, Adlern, Uhus und Eulen, Auerhähnen, Wildenten und zahllose Wasservögeln. Sogar Geier sollen Beute der Jäger geworden sein. Singvögel wurden gefangen und von den Klosterjägern an das Kuchelamt des Klosters Geisenfeld abgeliefert. Selbstverständlich gab es edles Wild, wie in zahlreichen fürstlichen Jagdberichten dokumentiert ist. Herzog Wilhelm II, 1545: "Von Ingolstadt her hat mein Herr die Jagd getan und geschossen: 8 große Hirsche, 1 Achtzehner, 1 Sechszehner, 1 Zwölfer und ein Zehner". Eine Jagdliste aus dem Jahr 1545: "33 Hirsche, 6 Wildschweine, 2 Kälber, 3 Rehe, 2 Schweine, 1 Frischling, 2 Hasen".

Durchzugsland

Von Kelten und Römern
Ernsgaden war immer Durchzugsland. Bei uns hielt es keiner lange aus. Aufgrund der flachen Landschaft führten immer bedeutende Verkehrswege durch das Donautal, wahrscheinlich nördlich an Ernsgaden vorbei waren es um Christi Geburt die Kelten und die Römer, die bedeutende Kulturen aufbauten und sich auch hier verewigten (Keltenstadt Manching, Limes).

 

Plünderer und Barbaren
Später waren es vor allem plündernde Truppen, die in Ernsgaden nicht selten nach Proviant suchten und der Bevölkerung viel Leid zufügten. So lagerten z.B. 954/955 die, wegen ihrer Grausamkeit berüchtigten, ungarischen Horden in Ernsgaden.

 

Anfang des 16. Jahrhunderts tobte der Pfälzische Erbfolgekrieg auf unserem Boden und hinterließ ebenfalls in der Bevölkerung deutliche Spuren. In der Chronik heißt es: "Ernsgaden war Mittelpunkt der kämpfenden Parteien und Tummelplatz aller barbarischen Grausamkeiten". Der Ort soll z.B. 1504 fast völlig zerstört worden sein.

 

Die Schweden in Ernsgaden
Zwischen 1618 und 1648 waren es die Schweden, die das ganze rechte Donauufer besetzt hatten und allenthalben unsägliche Grausamkeiten in der Bevölkerung ausübten "beobachtet und bemitleidet von den hilfsunfähigen eingeschlossenen Truppen im nahen Ingolstadt." Die Chronik erwähnt, daß Geistliche der Umgebung geflohen sind, dass viele Pfarrherren aber auch am Orte verblieben und sich "wie hier in den Pfarrbüchern rühmlich konstatiert ist, sich mit ihren Schäflein grauenhaft morden ließen vereint im Leben und in der Liebe vereint auch im schrecklichen Tode". Besonders viele Soldaten hielten sich in den Jahren 1635 bis 1636 und 1646 hier auf. Sie plagten die Einwohner nicht nur durch Wegnahme des Viehs und ihrer sonstigen Habe, sondern verübten auch viele Verbrechen.

 

Das "Hosenschiessen" entsteht
1703 bis 1704 tobte der spanische Erbfolgekrieg. Es hielten sich viele Österreicher hier auf und plünderten und raubten aus der Ortschaft und dem zu Geisenfeld gehörenden Klosterhof sämtliches Vieh, so dass die bereits geschnittene Ernte von den Bauern per Hand nach Hause getragen werden musste. In dieser Zeit entstand auch das Ernsgadener Hosenschießen, dass vom Schützenverein "Eichenlaub" vor einiger Zeit anlässlich des Laurenzimarktes wieder entdeckt wurde. Beim Wiederaufbau des Ortes wurde die Burgruine vollends abgetragen um Baumaterial für die Bauernhäuser zu haben.

 

Die Weltkriege
Im Ersten Weltkrieg 1914 bis 1918 waren nahezu alle wehrfähigen Männer von Ernsgaden eingezogen. 17 sind gefallen, 4 wurden vermisst und kehrten nicht mehr zurück. Im Zweiten Weltkrieg sind 23 Menschen gefallen und 15 wurden vermisst gemeldet.

Naturkatastrophen

Die Ernsgadener Chronik enthält zahlreiche Berichte über Klima- und Wetterturbulenzen. Schon im Jahr 1000 wird eine arge Hitze erwähnt, die die römischen Bäder von Irsching versiegen ließ. Die Brunnen trockneten aus. Die Donau lief stellenweise gar nicht, die Fische verfaulten und verursachten die Pest bei Mensch und Vieh.

 

Auch 1022 und in den Folgejahren bis 1281 soll es recht trockene Jahre gegeben haben. Vor Hitze und Durst starben Menschen und Vieh.

 

1132 spaltete sich im Sommer vor Hitze der Boden und das Grundwasser fiel.

 

1171 gab es weder Getreide noch Heu wegen der großen Hitze und Trockenheit, ebenso in den Jahren 1260 und 1276.

 

1281 soll es im Sommer geschneit haben, dass alles Getreide auf dem Feld zerstört wurde.1281 gab es eine sehr große Hungersnot und die Pest. Die Leichen nur noch auf den Feldern verscharrt werden konnten.

 

1303/04 war die Donau fast völlig ausgetrocknet.1374 gab es weder Getreide noch Heu wegen der großen Hitze.

 

1546 herrschte eine schreckliche Trockenheit im ganzen Donautal.

 

1616 war ebenfalls trockenes und heißes Wetter, ein schlechtes Erntejahr.

Die Schule

Die Schulgeschichte

Was am Anfang war
Träger von Schulwesen und Bildung war seit jeher das Christentum und die christliche Kultur. Es war ein Anliegen der Missionare und später der Pfarrherren, außerhalb der Familie christliche Grundwerte zu vermitteln. Unsere Gegend wurde zunächst von Weltenburg aus missioniert, das um 620 entstand. Schwerpunkte dieser Entwicklung des Schulwesens waren die Klöster, von denen es in der Nähe Münchsmünster, Engelbrechtsmünster und Ilmmünster sowie das bedeutende Geisenfeld gab.
Im Jahr 1420 wurde die erste Pfarrkirche gebaut.

 

Mit Geißen und Hennen lernen
Die in Ernsgaden tätigen Lehrer können ab dem Jahr 1685 in der Chronik nachgelesen werden. Der Schulbetrieb war selbstverständlich nicht mit dem heutigen zu vergleichen. Schule wurde nur zur Winterszeit gehalten, wie es auf dem Land üblich war. Die Lehrer hatten keine feste Besoldung, sondern nur einen geringen Lohn, so dass sie immer noch einen handwerklichen Beruf ausüben mussten. So kann man z.B. nachlesen, dass der Lehrerssohn Sebastian Iringer aus Menning im Jahr 1757 nach Ernsgaden kam, hier das Schuhmachermeisterhandwerk ausübte und gleichzeitig als Schulmeister tätig war. Als Schullokal diente gewöhnlich die Wohnung des Lehrers und es war bei den damaligen Verhältnissen wohl nicht nur in Ernsgaden so, dass, wie der Chronist erzählt, Geißen, Hennen und Kinder das Lokal friedlich bevölkerten.

 

Unterricht im Jägerhaus

Schon 1771 wurde im Zeichen der Aufklärung die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Doch es dauerte noch sehr lange, bis der Widerstand der Bevölkerung und vieler alter Lehrer gebrochen war und die neue Verpflichtung tatsächlich durchgesetzt werden konnte. Die jeweilige Lehrerwohnung reichte dazu nicht mehr aus, so dass als Schulhaus um 1845 das Jägerhaus an der jetzigen Geisenfelder Straße benutzt wurde (heute: Jägerwirt von Max Schropp).

 

Das erste Schulhaus
Das Jahr 1868 brachte endlich den längst notwendigen Neubau des Schulhauses, ab diesem Zeitpunkt war ein geregelter Schulbetrieb möglich, den berufsmäßige Lehrer gestalteten.

 

Das heutige Schulgebäude
entstand in den Jahren 1962/63, da das alte Gebäude zu klein geworden war. Die Schule Ernsgaden ist heute eine Grundschule (Jahrgangsstufen 1 bis 4). Die Schülerinnen und Schüler der 5. bis 9. Klasse besuchen die Hauptschule in Geisenfeld oder weiterführende Schulen in den umliegenden Orten oder in Ingolstadt.

Chronik Gemeinde Ernsgaden 1900 bis 2000

Herr Altbürgermeister Sebastian Dinauer hat die Geschichte der Gemeinde Ernsgaden von 1900 bis 2000 aufgeschrieben. *** Copyright: Gemeinde Ernsgaden

 

Chronik Gemeinde Ernsgaden von 1900 bis 2000