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Igel im Herbst richtig unterstützen

Ernsgaden, den 19.​10.​2026

Der Igel (Erinaceus europaeus) ist ein gern gesehener Bewohner unserer Gärten. Doch geeignete Lebensräume und ausreichend Nahrung werden für ihn vielerorts knapper. Auch in Bayern gilt der Igel als Art mit negativer Bestandsentwicklung und steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste gefährdeter Säugetiere.

Besonders im Herbst müssen junge Igel ausreichend Gewicht aufbauen, um den Winterschlaf gut zu überstehen. Trockenheit und ein eingeschränktes Nahrungsangebot können die Nahrungssuche erschweren. „Wir beobachten, dass insbesondere junge Igel Schwierigkeiten haben können, rechtzeitig ausreichend Gewicht aufzubauen. Wer einen möglicherweise hilfsbedürftigen Igel findet, sollte deshalb genau hinschauen und sich bei Bedarf fachlich beraten lassen“, erklärt Gudrun Bosch, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Pfaffenhofen.

Als grobe Orientierung können saisonale Gewichtsrichtwerte dienen: Mitte Oktober gelten etwa 350 Gramm, Ende Oktober etwa 500 Gramm als Orientierungswerte für Jungigel. Ob ein Tier tatsächlich Hilfe benötigt, hängt jedoch nicht nur von seinem Ernährungszustand, sondern auch von seinem Verhalten und seinem allgemeinen Gesundheitszustand ab.

Wer einen kleinen Igel findet und unsicher ist, ob er Hilfe benötigt, kann sich an die Igelberaterin der Unteren Naturschutzbehörde wenden. Dafür das Tier (ohne Karton) abwiegen und ein Foto sowie die Gewichtsangabe per E-Mail an Igelhilfe-Pfaffenhofen@freenet.de senden. Die Igel-Expertin gibt dann schnellstmöglich Rückmeldung, wie weiter vorgegangen werden soll.

Bis zur Rückmeldung sollte der Igel möglichst wenig gestört werden. Bei einer vorübergehenden Sicherung ist ein ausreichend hoher (mind. 40 cm), ausbruchsicherer Karton mit Zeitungspapier und einer Versteckmöglichkeit geeignet. Frisches Wasser in einer flachen Schale kann angeboten werden. Ob und wie das Tier gefüttert werden sollte, hängt von seinem Zustand ab und sollte im Zweifelsfall fachlich abgeklärt werden.

Weitere Informationen zur Einschätzung von Fundigeln bietet die Checkliste von Pro Igel e. V. unter https://www.pro-igel.de/kurative-igelhilfe/checkliste-fundigel/.

Fachkundige Hilfe ist insbesondere notwendig, wenn ein Igel

  • verletzt ist oder Fliegeneier beziehungsweise Fliegenmaden aufweist

  • apathisch oder stark abgemagert wirkt

  • unterkühlt ist oder sich nicht mehr einrollen kann

  • auffällig atmet, beispielsweise keucht oder hustet

  • tagsüber unterwegs ist und dabei weitere Anzeichen einer Schwäche oder Hilfsbedürftigkeit zeigt.

Bei solchen Auffälligkeiten sollte man sich zeitnah mit der Igel-Beraterin (s.o.) oder an die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamts Pfaffenhofen unter Tel. 08441 27-3190 bzw. per E-Mail an naturschutz@landratsamt-paf.de wenden.

 

Bild zur Meldung: Igel, Symbolbild (Bild mit KI-Unterstützung erstellt)

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